Screening

Returning with a Camera: on Class, Memory and Distance
Screening mit den Künstler*innen Max Göran und Rita Macedo und einem anschließenden Gespräch mit Vika Kirchenbauer

Donnerstag, 22. Juli 2021
19 Uhr

Vika Kirchenbauer lädt zu einem Screening und anschließendem Gespräch mit Rita Macedo und Max Göran zwei Künstler*innen ein, mit denen sie seit vielen Jahren zusammenarbeitet. Ein langjähriger Austausch über gemeinsame politische und künstlerische Anliegen, der bisher meist informell stattgefunden hat, wird für diese Veranstaltung in einen öffentlichen Rahmen verlagert. Gemeinsam werden sie darüber nachdenken, was es bedeutet, für die künstlerische Produktion zur eigenen Vergangenheit zurückzukehren und dabei die Positionen hinterfragen, von denen aus man auf sie blickt.

In filming dad's ass while he's chopping logs with his chainsaw (2018, 23:08 Min.) besucht Max Göran seinen Vater in einer ländlichen schwedischen Region, wo dieser als Zimmermann arbeitet. Mit Hilfe eines Camcorders nähert er sich ihrer von politischen Meinungsverschiedenheiten und unterschiedlichen Lebensumständen gezeichneten Beziehung. Unter dem Kamerablick seines Sohnes inszeniert sich der Vater selbst und spielt mit vorgefertigten Bildern, die sich derzeit oft um die politische Gesinnung der Arbeiterklasse ranken.

Rita Macedos Weeks of Sand, Months of Ash, Years of Dust (2020, 19:20 Min.) zeigt Macau, eine ehemalige portugiesische Kolonie, in der sie teilweise aufgewachsen ist. In Form eines Essayfilms thematisiert sie postimperiale Formen von verleugnetem politischem Affekt ebenso wie die fortschreitende Demenz ihrer eigenen Mutter. In diesen miteinander verflochtenen historischen und persönlichen Erzählungen liest sich das eine jeweils durch das andere. Der Film platziert persönlichen Verlust behutsam neben Reflexionen über koloniale Narrative und wirft dabei die Frage auf, wie man aus der Instabilität eines sich selbst auslöschenden Gedächtnisses in eine belastete Vergangenheit zurückblickt.

Max Ehnlund Göran (geb. 1987) lebt und arbeitet in London und Berlin. Derzeit ist er Student des MFA-Programms in Bildender Kunst an der Goldsmiths Universität London, zuvor studierte er an der Universität der Künste Berlin bei Josephine Pryde (2015 – 2019). Zusammen mit der Künstlerin Josefin Arnell bildet er das Duo HellFun. Seine erste Einzelausstellung präsentierte er 2019 bei Jenny´s in Los Angeles. Er war an mehreren Gruppenausstellungen beteiligt und zeigte seine Arbeiten in Galerien und Institutionen wie dem Palais de Tokyo, Paris; im Kunstverein München; beim FLAM festival, Amsterdam; bei MI1glisse, Berlin; im Kim?, Riga; bei Juliette Jongma, Amsterdam; im W139, Amsterdam; und bei dem European Media Art Festival, Osnabrück.

Die portugiesische Filmemacherin und Videokünstlerin Rita Macedo lebt in Berlin. Fasziniert von der poetischen Affinität von Bewegtbildern und Gedankenflüssen, bewegen sich ihre Arbeiten häufig im Bereich des Dokumentarischen und der spekulativen Fiktion. Den Schwerpunkt setzt sie hierbei auf Fragen zu Bedeutung, Erinnerung und Geschichte. Ihre Filme wurden bereits auf zahlreichen Festivals gezeigt, wie u. a. dem Encounters South African Documentary Film Festival, IndieLisboa International Film Festival, Kasseler Dokfest, European Media Art Festival, São Paulo International Short Film Festival, Curtas Vila do Conde, Encounters Short Film und dem Animation Festival. Seit 2018 arbeitet Rita Macedo als künstlerische Mitarbeiterin an der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig.

Vika Kirchenbauer ist Künstlerin, Filmemacherin, Autorin und Musikproduzentin. Ihre Arbeiten haben bereits weitreichende internationale Beachtung gefunden. So wurden ihre Filme und Installationen im Rahmen von Gruppenausstellungen und Screenings präsentiert, wie u.a. im Tainan Art Museum, Taiwan (2021), in der Whitechapel Gallery, London (2020); in der Kunsthal Charlottenborg (2019), Kopenhagen; im Rahmen der Internationalen Filmfestspiele Berlin (2020); des New York Film Festival (2020), der ICA Artists’ Film Biennial, London (2016) sowie der Videonale im Kunstmuseum Bonn (2013, ’15, ’17). Zuletzt erhielt Vika Kirchenbauer den EMAF-Award, den Deutschen Kurzfilmpreis sowie den Preis der Deutschen Filmkritik für ihre Arbeit UNTITLED SEQUENCE OF GAPS (2020). 2016 wurde ihre Videoarbeit SHE WHOSE BLOOD IS CLOTTING IN MY UNDERWEAR mit dem Preis für den Besten Beitrag zum Deutschen Wettbewerb bei den Kurzfilmtagen Oberhausen prämiert. Zu weiteren Auszeichnungen gehören das Kunstfonds Stipendium (2020), das Villa Aurora Los Angeles Fellowship (2018) sowie das Arbeitsstipendium Bildende Kunst des Berliner Senats (2015).

Das Gespräch findet in englischer Sprache statt. Eintritt: 5 Euro / 3 Euro (ermäßigt). Für Mitglieder ist der Eintritt frei.

Da die Teilnehmer*innenzahl bei der Veranstaltung gemäß der aktuell gültigen Corona-Schutzverordnung des Landes NRW beschränkt ist, bitten wir Sie vorab um eine Anmeldung unter: huewe@kunstverein-duesseldorf.de. Bitte beachten Sie außerdem, dass Sie für die Teilnahme den Nachweis eines negativen Schnelltest-Ergebnisses einer zertifizierten Teststelle (nicht älter als 24 Stunden) benötigen. Vielen Dank für Ihr Verständnis!

Das Künstleringespräch findet anlässlich der aktuellen Ausstellung Vika Kirchenbauer – FEELINGS THAT MOVE NOWHERE (29. Mai – 5. September 2021) im Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen, Düsseldorf statt.