Maximiliane Baumgartner

Maximiliane Baumgartner Studie II aus The Lovers, the Studio, a Facade and their Perpetrators – Hof-Atelier Elvira
Studie II aus The Lovers, the Studio, a Facade and their Perpetrators – Hof-Atelier Elvira, 2021
Holz, Nägel
66 × 75 cm
Serie von 2 Unikaten
1.200 €
Maximiliane Baumgartner Studie I aus The Lovers, the Studio, a Facade and their Perpetrators – Hof-Atelier Elvira
Studie I aus The Lovers, the Studio, a Facade and their Perpetrators – Hof-Atelier Elvira, 2021
Holz, Nägel
66 × 75 cm
Serie von 2 Unikaten
1.200 €
vergriffen

Die Jahresgabe ist eine Auskopplung aus der Wandinstallation The Lovers, the Studio, a Facade and their Perpetrators – Hof-Atelier Elvira (2021), in der Maximiliane Baumgartner die Geschichte eines Münchner Fotostudios, des Hofateliers Elvira, bearbeitet. Es wurde von den als Paar lebenden Frauenrechtlerinnen Anita Augspurg und Sophia Goudstikker betrieben. Als radikal empfand die Öffentlichkeit die von August Endell 1889 entworfene wellenartige Jugendstilfassade des Studios, welche Goudstikker und Augspurg bei ihm in Auftrag gegeben hatten und die 1937 im Zuge der benachbarten Ausstellung Entartete Kunst durch die Nationalsozialisten abgeschlagen wurde. Indem Baumgartner die Historie um die Fassade als ‚pädagogische Denkfigur‘ in die Gegenwart führt, wird ihr verborgenes bildnerisches Wissen als feministische, antifaschistische Praxis in die Malerei konvertiert und erfahrbar gemacht. Die Serie greift in ihrer Form eines der Fenster des Ateliers auf. Baumgartner, die im Allgäu aufgewachsen ist, verkleidete sie partiell mit Holzschindeln, die als fischschuppenartige Fassadengestaltung die Eigenschaft besitzen, sich wie Wellen im Wind zu bewegen. Die schlicht anmutenden „Studien“ verschränken die Münchner Wellenfassade mit dem ländlichen Schindelmaterial zu einer Metapher, in der sowohl Anpassung als auch Aufbegehren möglich sind.

Florentine Muhry