(number of) weeks later
four weeks later: Aske Thiberg
Performance
Freitag, 27. Juni 2025
19 Uhr
In seinem Werk überträgt Aske Thiberg digital geprägte Erfahrungen von Distanziertheit und Entfremdung in physische Räume und übersetzt zugleich die sozialen Beziehungen analoger Körper in computergenerierte Szenen. Reales und Virtuelles, Bewegung und Emotion, Spiel und Melancholie, Gemeinschaft und Isolation werden abwechselnd miteinander verschmolzen und einander gegenübergestellt. Anlässlich von four weeks later präsentiert Thiberg eine Choreografie, die aus mehreren Sequenzen aus Video, Text und Tanz zum Thema Familie besteht. Den Körper als Material verwendend, bauen die meisten Performances des Künstlers auf seiner Praxis des „Locking“ auf, einem Tanzstil, der in den 70er Jahren im Zusammenhang mit Funk entstand. Bestehend aus repetitiven, scheinbar automatisierten Bewegungen, Klanggesten wie Klatschen und Stampfen sowie gestischem locking – abruptem Anhalten und Einfrieren – ist der Tanz durch einen mechanischen, gar roboterhaften Ausdruck gekennzeichnet. Diese physische Rhythmik, die um die Verbindung – und Trennung – zwischen Körper und Sprache kreist, findet sich auch in anderen Elementen von Thibergs Arbeit wieder: in 3D-animierten Stop-Motion-Filmen, aufdringlich piependen Melodien, und monoton vorgetragenen Texten. Seine anekdotenhaften Narrative, die in vertrauten sozialen Kontexten spielen, konzentrieren sich ebenso wie seine Filme auf alltägliche Szenarien und Details, wobei sie in ihrem Verlauf oft zunehmend absurde Wendungen nehmen. Thiberg hebt das choreografische Potenzial von Text hervor. In seinen medienübergreifenden Performances wendet er das Vorlesen als eine Art Bewegung oder Move an. Performance selbst sieht er dabei als Medium, um ein geteiltes Gefühl der Isolation auszudrücken, a way of being “disconnected together”.
Aske Thiberg (geb. 1994 in Schweden) ist ein bildender Künstler mit einem MFA-Abschluss der Royal Danish Academy of Fine Arts, Kopenhagen (2023). Er lebt und arbeitet in Kopenhagen. Thiberg hat in verschiedenen Ausstellungsräumen und Institutionen ausgestellt und performt, darunter Den Frie Centre of Contemporary Art, Kopenhagen (2025), inter.pblc, Kopenhagen (2024), O-Overgaden, Kopenhagen (2024), Kunsthal Charlottenborg, Kopenhagen (2023), Malmö Konstmuseum (2022), und Kunsthal Oslo (2021).
Organisiert von Clara Maria Blasius
(number of) weeks later wird unterstützt von The Gingko Foundation.
Foto: Dominik Schmitt