Elbow Room

Elbow Room, PE VIII: PARASITES
caner teker

Donnerstag, 4. Februar 2021

Die Soundarbeit PARASITES finden Sie unten.

Zu hören ist PARASITES, ein neuer Beitrag in caner tekers im Jahr 2020 begonnem Soundarchiv, der für die Elbow-Room-Reihe des Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen, Düsseldorf entstanden ist. Die Arbeit basiert auf der gleichnamigen Publikation mit Texten von Lou Drago, Erkan Affan, Tunay und Olympia Bukkakis (erschienen im August 2020 durch die großzügige Unterstützung von Black Joy für Dirty Debüt, Berlin). Die zu diesem Anlass größtenteils von den genannten Verbündeten selbst eingelesenen Texte handeln davon, wie Solidarität gemeinsam im Dunkeln erfahrbar wird, wie in der Dunkelheit archiviert werden und Institutionen überlebt werden können. Ab dem 4. Februar 2021 wird die Publikation PARASITES ebenso wie die neu produzierte Soundarbeit ab 18 Uhr auf der Webseite des Kunstvereins bereitgestellt. PARASITES ist Teil von tekers laufenden Untersuchungen zu den Möglichkeiten einer vielstimmigen Dokumentation von performativen Arbeiten jenseits von Fotografie und Video. Während es bei seiner diesjährigen Jahresgabe für den Kunstverein, anarchiving KIRKPINAR (2020), darum ging, alternative Formen der Dokumentation für eine konkrete Arbeit zu entwickeln, wird mit PARASITES das Archivieren im Dunkeln an sich thematisiert.

Textbeiträge / Lesungen
I. Lou Drago: Female Copulatory Vocalisation (im Gespräch mit Camilla, Heather, Zoe, Pedro, Fred, Samir und Nici)
II. Erkan Affan: How can I know to archive and find solidarity in the dark if I do not understand first what darkness is? (gesprochen von Najwa Ahmed)
III. Tunay: Gay Maze and the dark fire. An intimate night at a Berlin Sex Club
IV. Olympia Bukkakis: Shadow architecture and Queer Refuge

Die Soundarbeit ist kuratiert von S Ruston und caner teker

caner teker (geboren 1994 in Duisburg) lebt in Amsterdam, Berlin und Düsseldorf. 2019 Abschluss als Meisterschüler an der Kunstakademie Düsseldorf bei John Morgan, seitdem Studium an der SNDO – School for New Dance Development, Amsterdam. Uraufführung des Stücks KIRKPINAR (in Koproduktion mit SOPHIENSÆLE Berlin) bei den 29. Tanztagen Berlin, anschließend Einladungen zu DISAPPEARING BERLIN und Radikal Jung in München. Weitere Gastspiele fanden im Kontext des Favoriten Festivals in Dortmund und am Theater Neumarkt in Zürich statt (beide 2020). caner tekers Performances wurden bereits u. a. im Museum Abteiberg Mönchengladbach (2017), im Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen, Düsseldorf sowie im tanzhaus nrw in Düsseldorf (2019) gezeigt. Als Stipendiat der Norbert Janssen Stiftung, München, erhielt caner teker außerdem im vergangenen Jahr den Förderpreis für Bildende Künste der Stadt Düsseldorf und war Guest Fellow am PACT Zollverein, Essen. 2020 wurde zudem eine Jahresgabe für den Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen, Düsseldorf in Form der Posteredition anarchiving KIRKPINAR produziert.

PE VIII: PARASITES bildet die achte Ausgabe der 2019 von Eva Birkenstock initiierten Elbow-Room-Reihe. Dabei handelt es sich um eine performative Fortsetzung der ehemaligen Schaufensterausstellungen, mit denen der Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen, Düsseldorf jüngeren Künstler*innen erste Ausstellungs- und Präsentationsmöglichkeiten bot. Elbow Room öffnet in regelmäßigen Abständen temporäre physisch variable Zwischenräume für die Erprobung und Verhandlung unterschiedlicher Aufführungsformate. So werden die Treppe am Eingang, das Foyer des Kunstvereins mit seiner Bar und dem Panoramafenster, Teile des Ausstellungsraums, der Salon des Amateurs oder auch unsere Webseite und die benachbarte städtische Umgebung zu Orten für Physical Education (engl. für Leibesübungen, Sportunterricht).

Seit dem ersten Lockdown und der vorübergehenden Schließung des Kunstvereins findet das Elbow-Room-Programm ausschließlich online statt. Den Auftakt dieser virtuellen Variante bildeten die drei Instagram-Live-Performances PE V: NYC Makeup and Wakeup #1–3 des in New York lebenden Künstlers David Mramor im März und April 2020. Anschließend organisierte der Kunstverein mit den Künstlerinnen Dorota Gawęda und Eglė Kulbokaitė online drei Lesegruppensitzungen der Young Girl Reading Group, PE VI: YGRG 166/167/168. Im Juli produzierten Nicholas Grafia und Mikołaj Sobczak mit PE VII: Weak Links of a Strong Chain einen dreiteiligen Video-Essay exklusiv für den Instagram-Kanal des Kunstvereins. Weitere Beiträge für Elbow Room sind mit Künstler*innen wie u. a. Luki von der Gracht und der Klasse von Kunstakademie-Professorin Dominique Gonzalez-Foerster geplant. Aktualisierungen zu weiteren Aktivitäten, zukünftigen Teilnehmer*innen und Terminen finden Sie zeitnah auf unserer Webseite.

Elbow Room wird gefördert durch
Gingko Stiftung