Agnes Scherer

Agnes Scherer Gong Narziss #1
Gong Narziss #1, 2019
Bleistift auf Papier
41,5 x 59,5 cm (gerahmt; Zeichnung 17 x 12 cm)
Unikat
1.680 €
Agnes Scherer Gong Narziss #2
Gong Narziss #2, 2019
Bleistift auf Papier
41,5 x 59,5 cm (gerahmt; Zeichnung 17 x 12 cm)
Unikat
1.680 €
Agnes Scherer Gong Narziss #3
Gong Narziss #3, 2019
Bleistift auf Papier
41,5 x 59,5 cm (gerahmt; Zeichnung 17 x 12 cm)
Unikat
1.680 €

Kernthema in Agnes Scherers Arbeit sind seit Jahren gezeichnete Männerfiguren. Oft melancholische Tagebuchschreiber oder, wie in der Jahresgabe für den Kunstverein, Variationen liegender Gongspieler, die fasziniert ihre eigene Innenwelt erkunden. Meist gerinnt der Moment der Introspektion just vor dem Moment der eigentlichen Aktion zur Pose. So kommt es auch bei Gong Narziss (2019) nie zum eigentlichen Schlag auf den Gong, vielmehr erstarrt die adoleszente, vor einer Bergkette liegende Figur in der stillen Bewegung des ausgestreckten Arms, abgelenkt in der Faszination durch das eigene Spiegelbild. Waren in anderen Zeichnungen der Serie noch als Begleitfiguren ihre fürsorglichen Mütter präsent, die die Jünglinge mit Milch versorgten und damit zu Komplizinnen der Reproduktion ihrer männlicher Narzissmen wurden, so hat sich hier das Gegenüber auf das eigene Spiegelbild reduziert. Oder ist die Identifikation mit dem Spiegelbild gar derart fortgeschritten, dass es die Furcht vor dem selbst verursachten Schlag ins eigene Gesicht ist, die den Jüngling vom Gongspiel abhält? Wie bereits in anderen Zeichnungen dieser Werkgruppe sind auch die Gongspieler ohne Ausnahme liegend dargestellt, in einer der Erde zugewandten Pose, die einen noch nicht ganz zur Welt gekommenen Zustand markiert, ein Paradies der Unreife.

Eva Birkenstock