Die Imposition, die Auferlegung von Bedeutung durch kommunikative Mittel thematisierte David Jablonowski bereits in seiner Installation für das Schaufenster. Seine Edition für den Kunstverein erweitert den Titel um den Zusatz mural, der die Anbringung des Objekts an die Wand beschreibt. Er bedient sich hier ebenfalls einer Illustration aus dem mittelalterlichen Manesse Codex, die er auf eine dünne Holzplatte anbringt. Das Gegenstück bildet eine Aluminiumplatte, die eine verzerrte Spiegelung der Buchmalerei zurückwirft. Beide Elemente werden mithilfe von Pianoscharnieren an der Wand befestigt und können auf diese Weise vom Betrachter individuell ausgerichtet werden. Die Spuren auf der willkürlich bearbeiteten Holzplatte sowie die sich spiegelnde gotische Illustration bilden Jablonowskis künstlerisches Interesse an der Erforschung des kommunikativen Potentials verschiedenster Medien ab und verbildlichen durch ihre rätselhafte Zeichenhaftigkeit zugleich die Utopie einer direkten und eindeutigen Kommunikation.
