Antje Majewski
Frauen mit Kopftuch sind in Deutschland ein viel diskutiertes Thema – aus religiöser, politischer oder kultureller Perspektive. Antje Majewski stellt in ihren Aquarellen vor allem das Muster und die verschiedenen Möglichkeiten, das Kopftuch zu binden, in den Vordergrund. Die von ihr skizzenhaft porträtierten Frauen tragen Tücher mit abstrakt-geometrischen Mustern, die religiöse Orthodoxie und modisches Bewusstsein miteinander verbinden.
Ihre oft großformatigen Ölgemälde malt Majewski anhand von Fotografien, die sie sorgfältig inszeniert. Maske und Kostüm spielen dabei eine wichtige Rolle. Wirklichkeitswiedergabe und Abstraktion durchkreuzen sich in leuchtend farbigen Kleidern und Gewändern, die ihre Protagonisten zur Schau tragen. Die Fixierung auf Umrisse, Konturen und Texturen auf der Oberfläche des gemalten Bildes trägt zusätzlich dazu bei, den Bildern etwas Entrücktes zu verleihen, das auch die Frage nach dem gemalten Bild an sich stellt. Die Aquarelle aus der Serie „Kopftuch“ changieren in ähnlicher Weise zwischen Realität und Abstraktion. Nebenbei präsentieren sie aber auch ein Kleidungsstück, das wie kaum ein anderes zur Metapher gesellschaftlicher Befindlichkeit geworden ist.







