Julia Horstmann
43 x 43 cm
2 ähnliche Unikate
38,6 x 43 cm
2 ähnliche Unikate
Julia Horstmann beschäftigt sich in ihren Arbeiten mit architektonischen Formensprachen und Raumstrukturen sowie den damit verknüpften gesellschaftlichen Auswirkungen. In ihrer Ausstellung im Schaufenster Kunstverein entwarf sie ein Raumszenario aus Durchblicken und Spiegelungen in expressionistischer und spätmoderner Glasarchitektur entlehnten Formen, die zwischen Utopie und uneingelösten Versprechen changieren. Ihre „Serie von nicht ausgeleuchteten Räumen” sind Variationen auf heute ungewohnte Lichtverhältnisse. Zielen architektonische Raumkonzepte zumeist auf größtmögliche Klarheit und werden Räume seit der Moderne bevorzugt hell ausgeleuchtet, nimmt Horstmann hier Bezug auf schattige Raumsituationen, die vollständige Erfassbarkeit negieren. Dabei geht sie einerseits von Le Corbusiers berühmter Klosterkirche in Ronchamp aus, die den Lichteinfall durch kleine, farbige Fenstereinlässe inszeniert. Die zweite Serie ihrer Scherenschnitte für den Kunstverein geht von einer Flursituation mit hohen, schmalen an Art Déco erinnernden Fenstern aus. Beides sind Raumkonzepte jenseits starrer Funktionalitätsprinzipien, die atmosphärischer Inszenierung und einer individuellen und erschließenden Raumerfahrung den Vorzug geben.
