2015

Karl-Heinz Hering (1928-2015)

bis

Im Rahmen unserer aktuellen Präsentation im „Schaufenster“ des Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen, Düsseldorf möchten wir diesmal an das langjährige Wirken Karl-Heinz Herings für den Kunstverein erinnern.

Seine Karriere als Kunsthistoriker, Ausstellungsmacher und Herausgeber führte Dr. Hering buchstäblich „von Dada bis Beuys“. Über drei Jahrzehnte war er, zuerst als Volontär noch unter Hildebrand Gurlitt, dem ersten Direktor des Kunstvereins nach dem 2. Weltkrieg, dann ab 1956 als dessen Amtsnachfolger, tätig. Anhand von Dokumenten, Fotografien, Einladungskarten, Postern und Publikationen wollen wir einen Eindruck der vielfältigen und nicht nur für den Kunstverein fruchtbaren Arbeit Herings vermitteln. Seine Arbeit war nicht zuletzt ein wesentlicher Faktor, Düsseldorf Mitte der 1960er Jahre als einen der wichtigsten Kunststandorte in der damaligen Bundesrepublik Deutschland mit zunehmend internationaler Strahlkraft zu etablieren. Zusammen mit Ewald Rathke präsentierte Hering wichtige Überblicksausstellungen, wie etwa 1958 die umstrittene erste „Dada“-Retrospektive in Deutschland, und ausführliche monographische Ausstellungen u. a. von Ernst Wilhelm Nay, Sam Francis und Ernst Ludwig Kirchner. Oft waren wichtige ExponentInnen u.a. Jackson Pollock, Victor Vasarely, Tom Doyle und Eva Hesse, Corneille, Gerhard Richter oder Gilbert & George der internationalen Gegenwartskunst mit Ausstellungen erstmals in Düsseldorf zu sehen, während das kooperativ entstandene Gruppenprojekt Wie es uns gefällt: Happy Chaos noch 1981 wieder Anschluss an eine junge, vor Ort arbeitende Generation von KünstlerInnen suchte.

Unsere Präsentation kann nur einen kleinen Eindruck von diesem außergewöhnlichen Werk geben, deutet damit aber zugleich an, wie sehr auch die Kunstgeschichte Konjunkturen des Erinnerns und Vergessens unterworfen ist.

Wir danken Marie-Luise Otten für ihre tatkräftige Unterstützung des Projekts.